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Kinder, die ihre ersten blasmusikalischen Gehversuche machen, haben noch grosse Mühe, die eigenen Produktionen objektiv zu beurteilen. Die applaudierenden und tobenden Eltern senden allzu oft falsche Signale aus. In diesen Momenten der Ekstase gerät das Motto der Urgrossmutter-selig ehrlich währt am längsten gerne in Vergessenheit. Auch die Pädagogen, im Spannungsfeld von Motivation und ehrlicher Kritik, sind überfordert. Sie wagen es selten genug den Sprösslingen zu sagen, dass die Etüde wirklich scheisse klingt und dass das Üben wohl in den vergangenen Wochen zu kurz gekommen ist. Unter den vielen Angeboten für wache Sprösslinge – von Nordic Walking bis Kynologie für Katzenhasser – scheint das mühsame
Blechblasen nicht eines der Attraktivsten zu sein. Und wenn dann der unerfahrene Musiklehrer/die überforderte Musiklehrerin das zarte Pflänzchen nicht mit Wohlwollen übergiesst, macht es allzu oft schlapp (das zarte Pflänzchen) und wechselt zur Konkurrenz. Unter dem Weihnachtsbaum steht dann an Stelle eines Notenständers ein Pärchen Nordic-Stöcke oder ein Pärchen Rottweiler.
Das heranwachsende Kind braucht ein ehrliches Feedback und zwar subito. Ein schönes Beispiel finden wir einmal mehr beim Fussball: Ein zappelndes Netz zeigt dem F-Junior unmissverständlich, ob sein Schuss scharf und präzis genug getreten wurde, um den Torhüter zu überwinden. Bringt er das Netz nie zum Zappeln, verabschiedet er sich bald vom Fussballplatz. Selbstregulation heisst das Zauberwort.
Auch in der Blasmusik hätten wir ein Hilfsmittel, das rasch ein objektives Feedback liefert: die Wasserwaage! Mit zwei, drei Handgriffen auf das Horn montiert, zeigt die Libelle den Anfängern deutlich an, ob sie schon einen geraden Ton spielen können. Nach einem kritischen Blick nach oben (Bild unten) kann quasi online korrigierend in den Luftstrom eingegriffen werden. Die Wasserwaage wird uns ganz bestimmt ein paar Novizen vertreiben. Diese werden aber glücklicherweise bei den Nordic-Walkern weit weiniger Schaden anrichten als in der lokalen Brass-Band.
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